Ratgeber · MPU wegen Alkohol
Lesezeit ca. 9 Minuten · Stand: Oktober 2026
Eine Polizeikontrolle, ein Röhrchen, ein Bluttest – und plötzlich ist der Führerschein weg. Für viele ist das ein Schock, oft mit Folgen für Job, Familie und Alltag. Die gute Nachricht: Eine MPU wegen Alkohol ist kein Schicksal, sondern eine Prüfung, auf die man sich gezielt vorbereiten kann. In diesem Ratgeber erfahren Sie, warum die MPU angeordnet wurde, was bei der Untersuchung passiert, welche Nachweise Sie brauchen – und wie wir Sie Schritt für Schritt zurück auf die Straße begleiten.
Inhalt dieses Ratgebers
- 1. Was passiert ist: Alkohol am Steuer und die Folgen
- 2. Wann wird eine MPU wegen Alkohol angeordnet?
- 3. Was bei der MPU wirklich geprüft wird
- 4. Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?
- 5. Welche Nachweise Sie brauchen
- 6. Die häufigsten Gründe, warum Alkohol-MPUs scheitern
- 7. So bereiten wir Sie auf die Alkohol-MPU vor
- 8. Wie lange dauert der Weg zurück zum Führerschein?
Was passiert ist: Alkohol am Steuer und die Folgen
Wer mit Alkohol im Blut ein Fahrzeug führt, riskiert weit mehr als ein Bußgeld. Schon ab 0,5 Promille liegt eine Ordnungswidrigkeit vor, ab 1,1 Promille gilt man als absolut fahruntüchtig – dann handelt es sich um eine Straftat (Trunkenheit im Verkehr, § 316 StGB). Bei Fahranfängern in der Probezeit und unter 21 Jahren gilt sogar die 0,0-Promille-Grenze.
Bei einer Straftat entzieht in aller Regel das Gericht die Fahrerlaubnis und verhängt eine Sperrfrist. Während dieser Zeit darf keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden. Nach Ablauf der Sperrfrist bekommen Sie den Führerschein aber nicht automatisch zurück: Sie müssen die Neuerteilung bei der Fahrerlaubnisbehörde beantragen – und genau dort wird häufig die MPU angeordnet.
Wichtig zu wissen: Auch wer mit dem Fahrrad oder E-Scooter alkoholisiert unterwegs war, kann eine MPU-Anordnung bekommen – selbst dann, wenn er gar keinen Führerschein besitzt oder eigentlich nur Auto fahren möchte.
Wann wird eine MPU wegen Alkohol angeordnet?
Rechtsgrundlage ist § 13 der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV). Die Behörde ordnet ein medizinisch-psychologisches Gutachten typischerweise in diesen Fällen an:
- Fahrt mit 1,6 Promille oder mehr (bzw. 0,8 mg/l Atemalkohol) – auch mit dem Fahrrad
- Wiederholte Verstöße im Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss, auch wenn die Werte niedriger waren
- Sonstige Tatsachen, die auf Alkoholmissbrauch hindeuten
- Die Fahrerlaubnis wurde bereits wegen Alkohol entzogen
- Seit einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts (2021) auch schon ab 1,1 Promille, wenn trotz des hohen Wertes keine Ausfallerscheinungen festgestellt wurden – das spricht aus Sicht der Behörde für eine hohe Alkoholgewöhnung
Was bei der MPU wirklich geprüft wird
Viele glauben, bei der MPU gehe es um Wissen oder um „die richtigen Antworten“. Das ist ein Irrtum. Die Gutachter wollen eine einzige Frage beantworten: Ist zu erwarten, dass Sie künftig nicht mehr unter Alkoholeinfluss fahren? Dafür prüfen sie nach festen, bundesweit einheitlichen Beurteilungskriterien, ob Sie Ihr früheres Trinkverhalten verstanden und nachhaltig geändert haben.
Die Untersuchung dauert meist drei bis sechs Stunden und besteht aus mehreren Teilen. Zu Beginn füllen Sie einen ausführlichen Fragebogen aus. Im medizinischen Teil werden Sie körperlich untersucht, oft werden Leberwerte und weitere Blutwerte bestimmt und Ihre Unterlagen gesichtet. Im Leistungsteil prüfen computergestützte Tests Ihre Reaktion, Konzentration und Belastbarkeit.
Das Herzstück ist das psychologische Gespräch. Es dauert etwa eine Stunde, und hier entscheidet sich in den allermeisten Fällen das Ergebnis. Der Psychologe fragt nach Ihren Trinkgewohnheiten früher und heute, nach Mengen, Anlässen und Gründen, nach der Tatfahrt selbst und vor allem danach, was sich seitdem verändert hat und warum diese Veränderung stabil ist.
Sie stecken gerade in dieser Situation?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihren Fall an und sagen Ihnen ehrlich, wie Ihr Weg zurück zum Führerschein aussieht – auf Wunsch auch in Raten.
Abstinenz oder kontrolliertes Trinken?
Eine der wichtigsten Fragen ist, ob Sie künftig ganz auf Alkohol verzichten müssen oder ob ein kontrollierter, deutlich reduzierter Umgang ausreicht. Das hängt von Ihrer Vorgeschichte ab: Bei hohen Promillewerten, wiederholten Auffälligkeiten oder Anzeichen einer Abhängigkeit erwarten die Gutachter in der Regel einen konsequenten Alkoholverzicht – und zwar nachgewiesen über einen längeren Zeitraum, häufig sechs oder zwölf Monate.
In anderen Fällen kann ein kontrolliertes Trinkverhalten genügen. Dann müssen Sie aber genau erklären können, wie viel Sie heute trinken, in welchen Situationen, nach welchen festen Regeln und wie Sie sicherstellen, dass Trinken und Fahren nie wieder zusammenkommen.
Diese Einordnung ist entscheidend – wer sie falsch einschätzt, verliert schnell Monate. Deshalb klären wir sie gleich zu Beginn gemeinsam mit Ihnen anhand Ihrer Akte.
Welche Nachweise Sie brauchen
Ist ein Alkoholverzicht gefordert, müssen Sie ihn belegen. Anerkannt werden nur Untersuchungen nach den sogenannten CTU-Kriterien: Die Proben werden in einem forensisch anerkannten Labor ausgewertet, Sie werden kurzfristig und unangekündigt einbestellt, und Ihre Identität wird bei jeder Abgabe geprüft.
- Urin-Screenings auf Ethylglucuronid (EtG) – ein Abbauprodukt von Alkohol – in unregelmäßigen Abständen über den gesamten Nachweiszeitraum
- Alternativ Haaranalysen auf EtG; dabei wird ein begrenzter Haarabschnitt untersucht, der etwa die letzten drei Monate abbildet
- Ergänzend häufig Leberwerte und weitere Blutwerte, die auch der medizinische Teil der MPU prüft
Die häufigsten Gründe, warum Alkohol-MPUs scheitern
Etwa jede dritte MPU endet mit einem negativen Gutachten. Bei Alkohol-MPUs sehen wir immer wieder dieselben Ursachen:
- Trinkmengen werden heruntergespielt – bei 1,8 Promille glaubt niemand an „zwei Bier“
- Auswendig gelernte Antworten aus dem Internet, die nicht zur eigenen Geschichte passen
- Keine echte Ursachenanalyse: Warum habe ich so viel getrunken? Was war der Auslöser?
- Fehlende oder nicht anerkannte Abstinenznachweise
- Die MPU wird zu früh angetreten, bevor die Veränderung stabil ist
- Unklare Strategie für Rückfallsituationen wie Feiern, Stress oder Konflikte
So bereiten wir Sie auf die Alkohol-MPU vor
Bei VerkehrsFair arbeiten wir ausschließlich im Einzelgespräch. Sie müssen Ihre Geschichte nicht vor einer Gruppe ausbreiten, und wir können ganz gezielt auf Ihre Situation eingehen. Gemeinsam erarbeiten wir Ihre persönliche Trinkbiografie, verstehen die Gründe für Ihr früheres Verhalten und entwickeln Strategien, die Sie im Alltag wirklich tragen.
Am Ende sollen Sie im Gespräch mit dem Gutachter nicht auswendig gelernte Sätze aufsagen, sondern ehrlich, schlüssig und sicher über Ihre Veränderung sprechen können. Das ist der Unterschied, auf den es ankommt.
- Kostenloses, ausführliches Erstgespräch – telefonisch, per WhatsApp oder online
- Beantragung und Analyse Ihrer Führerscheinakte: Wir wissen, was der Gutachter vor sich hat
- Persönlicher Vorbereitungsplan statt Massenkurs – ausschließlich im Einzelgespräch
- Aufarbeitung Ihrer Vorgeschichte und nachvollziehbare Veränderungsschritte
- Realistische Gesprächsübungen und auf Wunsch eine MPU-Simulation unter Prüfungsbedingungen
- Korrespondenz mit Fahrerlaubnisbehörde und Begutachtungsstelle, Fristverlängerungen, Terminplanung
- Teilnahmebescheinigung für Ihre MPU
Sie stecken gerade in dieser Situation?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns Ihren Fall an und sagen Ihnen ehrlich, wie Ihr Weg zurück zum Führerschein aussieht – auf Wunsch auch in Raten.
Wie lange dauert der Weg zurück zum Führerschein?
Die reine Gesprächsvorbereitung umfasst je nach Paket einige Einzelsitzungen. Die eigentliche Dauer bestimmt aber meist der geforderte Nachweiszeitraum: Müssen Sie zwölf Monate Abstinenz belegen, beginnt die Uhr erst mit der ersten gültigen Probe. Deshalb lohnt es sich, so früh wie möglich mit uns zu sprechen – idealerweise direkt nach dem Führerscheinentzug.
Den Antrag auf Neuerteilung sollten Sie rechtzeitig vor Ablauf der Sperrfrist stellen, denn die Bearbeitung bei der Behörde braucht Zeit. Wir planen mit Ihnen den gesamten Ablauf so, dass Nachweise, Vorbereitung und MPU-Termin optimal ineinandergreifen.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist immer die Anordnung Ihrer Fahrerlaubnisbehörde.





